Die letzen Tage_An einem Wochenende durch Ecuador

So langsam nähert sich mein Auslandsaufenthalt dem Ende zu und ich versuche noch einmal die Zeit voll auszunutzen.

Während ich in den letzten Wochen hauptsächlich mit meinem Praktikum beschäftigt war und jedes Wochenende Ausflüge in Quito oder der nahen Umgebung (Cuicocha Lagune, Otavalo ect.)  gemacht habe, war ich an diesem Wochenende mit meinem Büro auf einer 4-tägigen Rundreise um Projekte zu besichtigen und zu dokumentieren. Wir sind wirklich nochmal komplett durch Ecuador gefahren, waren im Regenwald, in den Anden und an der Küste. Viel Orte kannte ich schon, aber es war schön die Leute, die ich dort kennengelernt hatte wiederzusehen. Zudem haben wir auch sehr viele kleine, abgeschiedene Dörfer besucht in denen sich das Leben noch sehr stark nach der Natur richtet, was ich auch ganz interessant fand. Zum Abschluss waren wir bei der wunderschönen Lagune Quilotoa, die ich schon vorher besuchen wollte, was ich jedoch aufgrund der komplizierten Anfahrt (wenn man weder Auto noch Führerschein hat) irgendwie nie geschafft hatte.

Morgen werde ich dann das letzte Mal ins Büro gehen und die restlichen Tage damit verbringen meine ganzen kaputten Klamotten auszusortieren, zum Cotopaxi und in andere Nationalparks zu fahren und ein paar Mitbringsel zu besorgen. Auf den Cotopaxi-Ausflug freue ich mich ganz besonders, weil ich mir eine 4-tägige Tour mit Wanderungen, Reittour und „Spa-Day“ gönnen werde!

So wie ich mich kenne melde ich mich wahrscheinlich erst wieder aus Berlin mit einem Abschlussbeitrag (Ich vergesse nämlich immer wieder, dass dieser Blog existiert)

Bis dahin alles Liebe und danke fürs Lesen 🙂

 

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Quito ||

Nun bin ich schon seit über drei Wochen wieder in Quito und fühle mich hier wirklich unglaublich wohl. Die Stadt ist wunderschön, gerade weil sie nicht überall perfekt sondern absolut gegensätzlich ist. Da ist auf der einen Seite das gepflegte historische Stadtzentrum und auf der anderen die viel zu schnell gewachsene Stadt mit modernen Hochhäusern und schrecklichen Wohnsiedlungen.

Mein Praktikum macht mir auch Spaß, manchmal würde ich jedoch gerne mehr gefordert werden.

Ich wohne hier in einer WG, relativ nah am Zentrum. Mit meinem Zimmer habe ich wirklich sehr viel Glück gehabt: Es ist zwar nicht besonders groß, dafür aber an zwei Raumseiten verglast und deshalb sehr hell.

Viel passieren tut hier sinst eigentlich nicht, ich mache mein Praktikum, gehe auf Märkte und besuche Museen. Trotzdem ist es nicht langweilig sondern einfach sehr schön. Ich freue mich auch, endlich wieder etwas Zeit zum Musik machen zu haben. Leider konnte ich mir bis jetzt noch keine Geige organisieren, weshalb ich erst einmal nur Bratsche üben kann, aber das ist auf jeden Fall besser als gar nichts!

GALAPAGOS

Nun habe ich einen ganzen Monat nicht mehr geschrieben obwohl eigentlich sehr viel passiert ist.

Ich war auf Galapagos und durfte unglaublich viele schöne Dinge erleben. Ich bin mit Wasserschildkröten, Seelöwen, Pinguinen, Seegurken und noch vielen anderen Tieren durch den Pazifik geschwommen, konnte durch Lavalandschaften wandern und habe sehr, sehr liebe und interessante  Menschen kennengelernt. Auch wenn diesen Monat wieder nicht alles wie geplant verlaufen ist, mir mein Schorchel, Kopfhörer und das geliehen Handy geklaut wurden, kann ich sagen, dass es einer der entspanntesten und trotzdem spannensten Monate hier war. Es ist einfach schön gewesen einmal richtig anzukommen und die Natur genießen zu können.

Ich werde mal versuchen ein paar kurze Eindrücke schildern:

Interessanterweise ist Puerto Ayora (die Stadt in der ich gelebt habe) viel größer als ich es erwartet hätte…und auch deutlich teurer: Tagestouren kosten bis zu 180 Dollar, eine Ananas 6 Dollar und eine kleine Tüte Parmesan 6 Dollar.

Auf jeder Insel herrscht ein Mikroklima, während man z.B. unten im Ort das Gefühl hat wegzuschmelzen regnet es nur einen Kilometer weiter in Strömen.

Die Riesenschildköten sind wirklich ziemlich plump. Irgendwie bewegen sie sich auch ganz anders, als ich es zum Beispiel von meinen kleinen kenne.

Die Seelöwen liegen wirklich überall rum: Auf dem Bänken, auf dem Steg oder im Blumenbeet.

Die Darwinfinken sind unglaublich zutraulich…man sollte es eigentlich eher als frech bezeichnen, weil sie, genau wie die Spatzen in Berlin, andauernd versuchen einem das Essen aus der Hand zu stehlen.

Galapagos hat eine ganz andere Atmosphäre als der Rest von ecuador. Viel entspannter und weltoffener, was vermutlich an dem sehr stark ausgeprägtem Tourismus liegt.

Wenn man eine wirklich gut geführte Schnorcheltour macht kommt man sich wirklich vor wie im Zoo. Man dreht sich ein paar mal um und sieht Schilkröten, blaue Kugelfische, Rochen und manchmal auch Haie.

Es gibt eigentlich ziemlich viel zu Galapagos zu sagen, aber ich denke ohne Fotos ist der ganze Text vielleicht sowieso nicht so nachvollziehbar, sodass ich es einfach mal bei diesem kleinen Eindruck belassen werde!

Jetzt gehts erst einmal nach Quito!

 

Die Tage am Strand und eine gute Nachricht

Ich bin jetzt schon fast eine Woche hier in Montanita und arbeite in dem vegetarischen Restaurant. Es ist eigentlich ziemlich entspannt, meine Arbeit besteht nur aus kochen und servieren und die Leute hier sind wirklich sehr nett und fröhlich.

Am Nachmittag versuche ich dann irgendwie Surfen zu lernen, was mit den ganzen Quallen und den starken Wellen echt nicht so leicht ist (ich habe schon nach zwei Tagen total viele blaue Flecken und Verbrennungen von den Quallen). Danach übe ich Bratsche und gehe nochmal kurz ins Restaurant um ein bisschen Spanischunterricht von den Argentiniern zu bekommen, mit denen ich hier arbeite. Es ist wirklich extrem, wie viele verschiedene Arten von Spanisch es gibt, allein wenn man nur durch Ecuador reist. Die beiden aus Argentinien sprechen auch wieder ganz anders (ll=sch), was für mich am Anfang echt total schwer zu verstehen war.

Nun zur guten Nachricht: ICH KANN ENDLICH NACH GALAPAGOS!

Ich habe endlich eine Gastfamilie (für die letzten beiden Dezemberwochen) und vorher habe ich einen Notfallschlafplatz, mal sehen wie der wird. 🙂 Gerade habe ich den Flug gebucht, am 1.Dezember gehts los und zu neujahr bin ich dann auch schon wieder in Guayaquil um weiter nach Quito zu meinem Praktikum zu fahren.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass meine Bratsche die beiden Flüge übersteht und mein Praktikumsplatz nicht doch och aus irgendeinem Grund verfällt.

p.s.: Irgendwie werde ich auf Galapagos zwar schon Internet bekommen, ich kann jedoch nicht sagen wie regelmäßig, vielleicht kommen jetzt also weniger Beiträge.

Cuenca, eine kleine Katastrophe in Guyaquil und mein Job in Montañita

Die Woche in Cuenca war wirklich entspannt: der historische Stadtkern ist relativ klein, man kann den unglaublich schönen Nationalpark Cajas besuchen, der wie die Landschaft aus dem Hobbit aussieht und ich hatte ein Viererzimmer mit Zugang zur Terasse ganz für mich allein (nach Wochen in 8er Schlafsälen sehr entspannend).

Am Freitag bin ich dann zurück nach Guayaquil gefahren um mein Gepäck zu holen. Während der Wochen im angenehmen Andenklima hatte ich schon die drückende Hitze Guayaquils vergessen, welche mich bei der Ankunft erstmal total „geplättet“ hat. In der Wohnung angekommen laufe ich dann als erstes zur Geige (welche ich in den letzten Wochen wirklich unglaublich vermisst habe), öffne den Kasten, sehe, dass alle Leimstellen an der Geige aufgegangen sind und das Holz an einer Stelle angeschimmelt ist. Ich stand echt vollkommen unter Schock (ich hatte die Geige ja extra in Guayaquil gelassen, damit sie keinen Schaden von klimatischen Veränderungen oder zu viel Feuchtigkeit davon trägt) & das erste, was ich gedacht habe war:“Jetzt reichts mir echt, ich fliege zurück nach Berlin“… Der Schock hielt dann eigentlich noch bis gestern Früh an, mittlerweile gehts mir aber wieder gut & ich habe auch nicht vor vorzeitig zurückzukommen. Ich werde mir schon irgendwie eine Geige organisieren können und meine in Deutschland zum Geigenbauer bringen. Jetzt möchte ich erstmal meine Zeit in Montañita genießen und spiele solange einfach nur Bratsche oder fahre in das nahegelegen Musiker ohne Gremzen Projekt in Olon um zu üben

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Montañita ist das Mallorca von Ecuador würde ich behaupten. Hier arbeitw ich in einem vegetarischen Restaurant und bekomme dafür Essen und einen Schlafplatz in einem Bambusbett. Leider funktionieren die Wasserleitungen gerade nicht, weshalb ich mich erstmal wieder ohne fließendes Wasser lebe. Mir gefällt es hier eigentlich ganz gut, tagsüber ist es sehr entspannt. Nachts wird fast überall gefeiert, was auf Dauer mit Sicherheit anstrengend ist, da ich jedoch etwas außerhalb der Hauptstraßen wohne und ja sowieso nur zwei Wochen hier bin ist das nicht so schlimm.

Weitere Berichte folgen 🙂

Otavalo,Quito,Riobamba,Cuenca

Mein Bericht beginnt am Wochenende der letzten Woche, an dem ich in der kleinen Stadt Otavalo war. Leider habe ich ein sehr regnerisches Wochenende erwischt, weshalb der ganze Aufenthalt ein bisschen ungemütlich war. In Otavalo findet jeden Samstag einer der größten Märkte Südamerikas statt. In nahezu allen Staßen sind dann Stände mit Alpakapullovern, Teppichen, Decken und Kunsthandwerken aufgestellt. Wenn man dort etwas kaufen möchte, sollte man sich darauf einstellen zu handeln, was jedoch nicht so schwer ist, da die Händler schnell mit dem Preis heruntergehen. Im Anschluss an den Markt bin ich mit anderen Leuten aus dem Hostel in ein Museum gegangen, in welchem wir etwas über die Kultur der Indigenas erfahren konnten. Die Führung, welche von einem Indigena gemacht wurde, war wirklich gut nur waren wir am Ende ziemlich erschrocken, dass jeder von uns fünf Dollar zahlen sollte! (Im Internet hieß es, dass man keinen Eintritt zahlen muss)

Zurück in Quito habe ich dann eine Austellung über Camilo Egas besucht und mir die Capilla del Hombre mit dem Museum über Guayasamin welches sich in seinem früheren Haus befindet, angesehen. Letzeres ist wirklich extrem empfehlenswert, allein schon, weil Guayasamins Haus ein Traum ist!

Am Dienstag hatte ich dann ein Vorstelungsgespräch bei dem Architekturbüro „Al Borde“, in dem ich mich für einen Praktikumsplatz beworben habe. Zu meiner großen Freude darf ich dort ab Januar für zwei Monate arbeiten!

Die letzten zwei Tage habe ich in Riobamba verbracht um den Chimborazo zu besuchen. Riobamba an sich hat eigentlich nur eine schöne Straße und zwei ganz nette Plätze, sonst ist es wirklich hässlich dort. Mein Hostel war auch wirklich furchtbar, was den Aufenthalt auch nicht gerade angenehmer gemacht hat. Dafür war der Ausflug zum Chimborazo umso schöner. Ich bin mit dem Bus zur ersten Schutzhütte gefahren und von dort aus mit einer sehr netten Familie weiter zur zweiten. Anschließend bin ich noch ein kleines Stück weiter hoch zur nächsten Hütte gewandert, weitergehen darf man nur mit Guide, was auch gut so ist, da die Luft merklich dünner wird. Die Landschaft um den Chimborazo herum sieht so aus, als würde man auf dem Mond sein: Alles ist grau, steinig und trocken. Auf der Höhe der ersten Schutzhütte leben ganz viele Lamas, weiter oben lebt eigentlich nichts.

Heute bin ich in den Süden nach Cuenca gefahren, welche als die schönste Stadt Ecuadors gilt. Das was ich bis jetzt gesehen habe gefällt mir auch sehr gut! Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Spuren der Spanier in Ecuador zu finden sind, das Zentrum Cuencas ist fast ausschließlich im Kolonialstil erbaut!

So, dieser Beitrag ist mal wieder viel zu lang geworden & ich hoffe sehr, dass es überhaupt jemanden gibt, der die Texte bis zum ende liest. Leider habe ich keinen Speicher mehr auf meinem WordPresskonto. Wenn ich neue Bilder hochladen möchte, muss ich ein kostenpflichtiges Konto einrichten. Falls es euch aber wirklich interesieren sollte wie es hier aussieht könnt ihr mich benachrichtigen und dann schicke ich euch Fotos auf anderem Wege. Schön wäre auch eine generelle Rückmeldung zu den Beträgen, für mich ist es nämlich immer schwer zu entscheiden, was für Außenstehende interessant sein könnte.

Quito

Nun bin ich schon seit funf Tagen in Quito und fuehle mich hier so wohl, dass ich, nachdem ich dieses Wochenende fur den Indiomarkt nach Otavalo fahren werde, noch ein bisschen hier bleibe.

Das schone an Quito ist, dass es hier sehr viele kulturelle Angebote gibt, was ich sonst in Ecuador sehr vermisst habe. Gleich am ersten Tag habe ich einen „Riesenspaziergang“ durch die Altstadt gemacht, mir fast alle Kirchen und Cathedralen angesehen, Museen besucht und mir Ateliers in den Kunstlerstrassen angesehen. Immer dabei habe ich ein kleines Buchlein, was ioch vor meiner Abreise geschenkt bekommen habe, wo ich so ziemlich alles hereinschreibe und zeichne, was mir so in den Sinn kommt.

Am zweiten Tag habe ich mich nach einem weiteren Museumsbesuch auf den Weg zur „Mitad del Mundo“ (Mitte der Erde) gemacht, wobei ich mich ein paar Mal verirrt habe, weil meine Karte falsch war und ich deshalb nicht verstanden habe, dass sich die Mitte der Erde ausserhalb Quitos befindet. Als ich endlich angekommen war, war  ich ehrlich gesagt ein bisschen enttauscht, weil man eigentlich nicht viel sehen konnte. Direkt im Anschluss bin ich auf den Panecillo gefahren, ein Berg mit einer gigantischen Statue, die man in ganz Quito als guten Orientierungspunkt verwenden kann. DerRuckweg war dann jedoch, wie eigentlich jeden Abend, ein Wettlauf gegen den Sonnenuntergang!  In Qutio sollte man naemlich nach Einbruch der Dunkelheit (was hier schon um 6 Uhr ist) nicht mehr allein ausserhalb des historischen Stadtkerns herumlaufen, weil die Gefahr eines Uberfalls zu gross ist. Bis jetzt habe ich es immer punktlich geschafft.

Den gestrigen Tag habe ich mit einem Besuch des Centro de arte Contemporaneo (Museum fur zeitgenossische Kunst) begonnen und auch praktisch beendet. Als  ich naemlich im Stadtkern ankam, hatten fast alle Museen auf Grund eines Feiertages geschlossen und dann hat es plotzlich so stark angefangen zu regnen, dass ich in der Cathedrale Schutz suchen musste. Dort sas ich dann ungefaehr eine Stunde frierend und habe gehofft, dass der Regen bald aufhoert. Ich musste dann jedoch irgendwann einsehen, dass das nicht geschehen wurde, weshalb ich einfach zuruck zum Hostel gefahren bin. Dort war dann leider das warme Duschwasser schon aufgebraucht, sodass ich mich nach einer eiskalten Katzenwasche vollig fertig ins Bett gesetzt und gelesen habe.

Heute war ich dann wieder im Museum, spater im botanischen Garten und Parque Metropolitan (mehr ein Wald in dem man sehr gut Vogel beobachten kann). In letzterem konnte ich leider nicht so lange bleiben, weil es wieder dunkel wurde. Ich werde aber am Montag nochmal hinfahren um mir dort die freilebenden Lamas anzusehen.

Insgesamt muss ich sagen, dass Quito wirklich sehr europaisch organisiert ist: Die Ampelphasen werden beachtet, der Verkehr lauft allgemein relativ geregelt ab, man bekommt als Gringo trotzem faire Preise und die Menschen achten hier deutlich starker auf ihre Ernahrung und ihr Erscheinungsbild. Das alles ist wirklich sehr angenehm, nachdem ich jetzt wochenlang mehr oder weniger in Extremsituationen gelebt habe.

Entschuldigt die ganen Rechtschreibfehler, aber die Tastatur des Hostelcomputer funktioniert leider nicht so , wie sie sollte)